Zerrbilder

Wie nehmen eigentlich andere die Wirklichkeit wahr, in der ich lebe? Ist deren Gras auch grün, so wie ich es sehe? Die Blume wirklich gelb, so wie meine Augen es mir weiß machen? Vielleicht ist mein Himmel blau und deiner rot?

Vielleicht sind wir alle in einem gigantischen Spiegelkabinett gefangen? Alles was wir sehen sind Zerrbilder der Wirklichkeit, zurechtgebogen, so dass es uns gefällt.

Manchmal kriegt der Spiegel Risse, Knicke, Wölbungen, die uns gar nicht passen. Dann hoffen wir, dass jemand kommt, und alles wieder zurecht biegt. Ab und zu klappt das sogar. Wenn niemand anders kommt, legen wir auch schon mal selbst Hand an und ziehen das Spiegelglas wieder in Form.

Gelegentlich funktioniert aber auch das nicht. Dann bleiben Dellen. Mit der Zeit gewöhnen wir uns dran. Dann scheint auch alles wieder schön gerade. Wenn auch das nicht klappt, machen wir das beste draus und reden uns ein, dass es doch gar nicht so verzerrt aussieht…

Das Problem ist nur, dass die anderen die Dinge in ihrer eigenen Spiegel-Welt freilich ganz anders sehen.

© 2010 Jan Gütter

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5 Comments

  1. “Alles was wir sehen sind Zerrbilder der Wirklichkeit, zurechtgebogen, so dass es uns gefällt.”

    Zum Glück ist das so. Wer will schon tagtäglich mit der harten Realität und Wirklichkeit konfrontiert werden. Ich bin dankbar für meine Zerrbilder. Ich male und biege mir meine Realität schön, achte besonders auf die tollen Momente, auf gute Endresultate und verdränge den harten Weg dahin. Und wenn Freunde auf der gleichen positiven Welle mitschwimmen …. um so besser. Das Glas ist halbvoll. Mindestens. :-)))

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  2. Seven. Wann wird uns diese Verzerrung erreichen?

    In 7 Stunden acht Minuten? Tuvok! Führen sie ein sprektorale Assitudenanalyse durch und konfigurieren sie die Torpedos auf die entsprechende Frequenz.

    Sternzeit 1657, Captain Janeway. Neelix entdeckte bei einem seiner Spiegeleierbratversuche in der Pfanne eine seltsame Verzerrung des fluiden Olios. Nach einer Analyse durch Seven of Nine handelt es sich hierbei um ein weißes Loch um das Eigelb. Ich habe sofort Alarmstufe 6 ausrufen lassen. Leider schlug unser Plan, das weiße Loch mit von Tuvok assimilierten Photonen zu beschießen fehl, da die Intel-Prozessoren kurzfristig ausfielen. Belana ist nun dabei ihre sorgfältig aufbewahrten AMD-Quads, welche sie noch aus ihrer Rebellenzeit aufbewahrt hatte, zu installieren. Ich bin mir sicher, dass wir dann die Verzerrung eindämmen können, die leider bisher nur Neelix sehen kann. Ich selbst erfreue mich an meinem eigenen Anblick. Ich sehe 20 Jahre jünger aus. Doch wir haben nur noch einige Minuten. Hoffen wir dass Belana es rechtzeitig schafft…

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